THEIRLAND

 

Zwei Konzertperformances basierend auf neurowissenschaftlicher Recherche 

Auftragskompositionen: Neo Huelcker & Antonia Baehr aka. Henry Wilde

Performer:innen: Claudia van Hasselt, Julia Mihály, Anna Clementi, Nicolas Wiese, Ferdinand Breil

Recherche-Kooperation mit dem Laboratoire National de Santé Luxembourg (LNS) Abteilung Neuropathologie

Die Konzertperformances THEIRLAND I und THEIRLAND II konzentrieren sich auf Grundmuster menschlichen Verhaltens unter den Bedingungen dauerhafter, latenter oder manifester Angst. Der kollektive Entwicklungsprozess basierte auf der engen Kooperation mit dem Laboratoire National de Santé / Luxembourg und dem Leiter der dortigen Neuropathologie Prof. Dr. Michel Mittelbronn.

Aus dessen Forschung und den Erkenntnissen zu den zerebralen Zwängen zwischen Amygdala, limbischem System und Insula heraus, erstellten wir gemeinsam mit den Gastperformerinnen und den beiden Komponisten* eine zugleich künstlerisch-assoziative und wissenschaftlich-fundierte Kartografie der Abwehr- und Überlebensstrategien – stimmperformativ, musikalisch, intermedial. Die Stücke wurde in einem mehrmonatigen Prozess erarbeitet, wobei jeweils andere Themenfelder im Mittelpunkt der Forschung standen: Neben psycho-physiologischen Selbstversuchen mittels der historischen Kampfkunst des in England entwickelten Bartitsu oder des Alba Emoting untersuchten wir die Möglichkeiten emotionaler Manipulation durch Atemmuster, Mimik und Körperspannung. Spieltheroetisch simulierten wir individuell erlebte Situationen des Interagierens unter Angst, werteten unsere jeweiligen Reaktionsweisen aus und erstellten daraus Gesangspartituren und choreographisch-szenische Elemente. FrauVonDa (Lotte Greschik, Claudia van Hasselt und Nicolas Wiese) entwickelte gemeinsam mit dem Komponisten* Neo Hülcker eine Partitur dieser permanenten Auseinandersetzung, Henry Wilde setzte Akzente möglicher Auswege. Die vielseitigen Performerinnen Anna Clementi, Julia Mihaly und Claudia van Hasselt agierten und improvisierten zwischen Instinkt und Bewusstsein, zwischen Ausgeliefertsein und eigenmächtigem Handeln in der visuell von Nicolas Wiese gestalteten Diktatur des Seepferdchens. THEIRLAND I & II verbinden vertrautes und unbekanntes Terrain: eine Vegetation der Dramatik und Tragikomik menschlichen Urverhaltens.

Die Spielorte werden dabei auf unterschiedliche Weise Spielfeldern der alltäglichen zerebralen Gefechte: Die Amygdala – das Angstzentrum – setzt neurolo- gisch determinierte Prozesse in Gang, fordert quasi diktatorisch Unterwerfung. Die Performer:innen streben bewusst dagegen – mit Kreativität, Witz und Gemeinsinn.

 

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Beteiligte

Künstlerische Leitung: Claudia van Hasselt, Lotte Greschik und Nicolas Wiese.
Komposition: Neo Huelcker und Antonia Baehr.
Ensemble: FrauVonDa//, Julia Mihály, Anna Clemenți, Ferdinand Breil.

Vergangene Termine

22./23.10.2022 THEIRLAND I: Wasserspeicher Prenzlauer Berg

13.12.2022 THEIRLAND II: Silent Green Berlin

Gefördert von: inm berlin e.V., Fonds Darstellende Künste, Bareva Foundation